Ist die Stromversorgung in Deutschland auch in der Zukunft gesichert?

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Es ist kaum vorstellbar, dass es plötzlich dunkel wird in Deutschland. Wenn man sich die Szene vorstellt, dass plötzlich alle Lampen im Haus, alle Straßenlaternen und schließlich die ganze Stadt ohne Strom sind, dann ist das eine beängstigende Vorstellung, die aber vor allem in der heutigen Zeit nach Meinung vieler Experten durchaus möglich sein könnte. Stromausfälle im großen Ausmaß kennt man bisher nur aus den USA, aber dort sind die so genannten „Blackouts“ sozusagen hausgemacht. Zum einen sind die Stromleitungen in großen Teilen der Vereinigten Staaten sehr alt und meist auch marode und zum anderen sind die Amerikaner auf dieser Welt nicht gerade als diejenigen bekannt, die sparsam mit dem Strom umgehen. Besonders in den zum Teil sehr heißen Sommermonaten laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren. Jeder amerikanische Haushalt hat eine solche Klimaanlage, denn vor allem in den großen Städten wie New York, Chicago oder San Francisco kann man in den modernen Wohnblöcken die Fenster nicht öffnen, um frische Luft hereinzulassen. Stattdessen werden die Klimaanlagen auf die höchste Stufe geschaltet und das führt dann hin und wieder zu einem Kollaps bei der Stromversorgung.

Stromausfälle in Deutschland sind sehr selten

In Deutschland sind solche Totalausfälle sehr selten. Als vor ein paar Jahren in einem sehr kalten und vor allem sehr schneereichen Winter die Überlandmasten in einigen Teilen des Münsterlandes unter der Last des Schnees zusammenbrachen, war das eine der wenigen Beispiele dafür, was passiert, wenn in Deutschland die Stromversorgung zusammenbrechen würde.

Die Deutschen haben Angst vor Stromausfall!

Betriebe und Geschäfte müssten schließen, auf den Straßen würde ein Verkehrschaos ausbrechen und in den Krankenhäusern könnten die Schwerkranken, die auf den Intensivstationen an Maschinen angeschlossen sind, nicht mehr versorgt werden. Wenn es zu einem längeren Stromausfall kommen würde, dann wäre die komplette Infrastruktur eines Landes in großer Gefahr. Aber das ist in Deutschland so gut wie ausgeschlossen, selbst wenn wie jetzt von der Bundesregierung beschlossen, die Atomkraftwerke nach und nach vom Netz genommen werden.

Stromausfall! Die Deutschen haben Angst vor sogenannten „Blackouts“

Viele Menschen sind verunsichert, wenn sie hören, dass die Atomkraftwerke abgeschaltet werden und Experten davor warnen, dass es auch in Deutschland zu so genannten „Blackouts“ wie in den USA kommen kann. Theoretisch ist so etwas möglich, aber in der Praxis sieht es anders aus. Wie jetzt beschlossen wurde, werden die Atommeiler in der Bundesrepublik nach und nach vom Netz genommen und ab 2022 soll es dann keinen atomaren Strom mehr geben. Im Gegenzug werden die erneuerbaren Energien ausgebaut, das heißt, es wird mehr Wind- und Wasserkraftwerke geben und auch die Solarenergie wird durch mehr Photovoltaik Anlagen gefördert. Das sichert den Bürgern weiterhin den benötigten Strom, wird aber sehr wahrscheinlich auch für höhere Stromkosten sorgen. Nach Meinung von Experten kann sich die Stromrechnung in den nächsten Jahren schrittweise um bis zu 60,- Euro erhöhen. Begründet wird der drastische Preisanstieg mit den Kosten für die erneuerbaren Energien, wie das übrigens im Moment auch der Fall ist. Auch das Verlegen von neuen Stromleitungen für die regenerativen Energien kostet viel Geld und diese Kosten werden die Stromkonzerne in den nächsten zehn Jahren garantiert an ihre Kunden weitergeben. Wer also sauberen Strom haben will, der muss dafür in der Zukunft tiefer in die Tasche greifen.

Wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet und schließlich vom Netz genommen werden, dann geschieht das nicht innerhalb eines kurzen Zeitraums. Wäre das der Fall, dann könnte es durchaus zu Engpässen bei der Stromversorgung kommen. Aber wenn die AKWs älteren Datums zuerst abgeschaltet werden, dann kann man im Notfall auch die Leistungen der Atommeiler neueren Datums erhöhen oder sogar ein AKW wieder kurzfristig hochfahren. Auch die Kohlekraftwerke sind immer noch einsatzbereit, wenn es mit der Stromversorgung eng würde. Sie sind allerdings nur eine Notlösung für den Übergang, denn die Regierung will verhindern, dass zu viele Schadstoffe die Umwelt belasten. Auch wenn in zehn oder elf Jahren die erneuerbaren Energien flächendeckend zum Einsatz kommen, dann ist ein Stromausfall in größerem Umfang nicht zu befürchten. Aber selbst wenn es einmal so weit kommen sollte, dann gibt es wie gesagt ja noch immer die Atomkraftwerke, die im Fall der Fälle für Strom sorgen können. Auch die Option Strom aus dem Ausland zu importieren, ist eine Möglichkeit, wenn es in Deutschland wirklich knapp werden sollte. Allerdings will die Opposition im Bundestag aus SPD und den Grünen das verhindern. Ihrer Meinung nach ist das nicht die richtige Lösung, um sich in der Zukunft komplett von der atomaren Stromversorgung zu trennen, sondern vielmehr eine Art Hintertür, die die Regierung offen lässt, um doch wieder mit dem vergleichsmäßig billigen Atomstrom zu arbeiten. Die erneuerbaren Energien würden in diesem Fall dann wieder nicht wie geplant und beschlossen, flächendeckend für das ganze Land ausgebaut.

Ein langfristiger Stromausfall wird in Deutschland wohl kaum zu befürchten sein, denn mit einer Mischung aus atomarem und erneuerbarem Strom ist die Versorgung gesichert.

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